500 Paderborner beten gemeinsam für den Frieden

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Hunderte Menschen aller Religionen beteten am Marienplatz, unter anderem (von rechts) Pfarrer Thomas Stolz und Bürgermeister Michael Dreier
Hunderte Menschen aller Religionen beteten am Marienplatz, unter anderem (von rechts) Pfarrer Thomas Stolz und Bürgermeister Michael Dreier

Am vergangenen Freitag, 12. Februar 2016, haben 500 Menschen in Paderborn beim gemeinsamen Friedensgebet vor der Mariensäule nachdrücklich für die Verständigung über alle religiösen und politischen Grenzen hinaus geworben. Zu dem Gebet hatte das Forum der Religionen eingeladen, in dem sich die Religionen in Paderborn austauschen. Vertreter der verschiedenen Religionsgemeinschaften trugen Texte aus ihren heiligen Schriften und Gebete vor.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des multireligiösen Friedensgebets: (am Mikro) Modjgan Bidardel (Bahá’i Religion) und (v.l.) Jitender Pal Singh (Sikh-Religion), Verani Kartum (Alevitischer Kultur-, Sozial- und Sportverein), Superintendent Volker Neuhoff (Evangelischer Kirchenkreis), Tiana Lucic (Serbisch-Orthodoxe Gemeinde), Emin Özel (Schura – Rat der Muslime), Pfarrer Aydin Araz (Syrisch-Orthodoxe Gemeinde), Dechant Benedikt Fischer (Katholisches Dekanat Paderborn) und Hezni Barjosef (Caritasverband). FOTO: HEIDE WELSLAU, Bildquelle: Evangelischer Kirchenkreis
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des multireligiösen Friedensgebets: (am Mikro) Modjgan Bidardel (Bahá’i Religion) und (v.l.) Jitender Pal Singh (Sikh-Religion), Verani Kartum (Alevitischer Kultur-, Sozial- und Sportverein), Superintendent Volker Neuhoff (Evangelischer Kirchenkreis), Tiana Lucic (Serbisch-Orthodoxe Gemeinde), Emin Özel (Schura – Rat der Muslime), Pfarrer Aydin Araz (Syrisch-Orthodoxe Gemeinde), Dechant Benedikt Fischer (Katholisches Dekanat Paderborn) und Hezni Barjosef (Caritasverband).
FOTO: HEIDE WELSLAU, Bildquelle: Evangelischer Kirchenkreis

Eine Ankündigung der „Alternative für Deutschland“ (AfD), hatte im Vorfeld für Irritationen gesorgt. Man wolle vor der geplanten AfD-Kundgebung am Westerntor ebenfalls an dem Friedensgebet teilnehmen, hatte die AfD mitgeteilt. Der Gefahr, parteipolitisch instrumentalisiert zu werden, entgingen die Veranstalter vom Forum der Religionen mit der Bitte, auf alle politischen Kundgebungen während des Gebets zu verzichten. Daran hielten sich die 500 Teilnehmer, auch die aus den Protestgruppen, die danach zu mehreren Demonstrationen gegen die AfD aufbrachen.

Zum Abschluss sprachen alle Teilnehmer gemeinsam das Gebet der Vereinten Nationen:

Unsere Erde ist nur ein kleiner Körper im großen Weltall.
An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen,
dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden,
nicht von Hunger und Furcht gequält,
nicht zerrissen in sinnlose Trennung
nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung.

Gib uns den Mut und die Voraussicht,
schon heute mit diesem Werk zu beginnen,
damit unsere Kinder und Kindeskinder
einst mit Stolz den Namen „Mensch“ tragen.

Nach dem Friedensgebet betonten Bürgermeister Michael Dreier, der im Januar noch kritisiert worden war, weil er nicht an einer Anti-AfD-Kundgebung teilgenommen hatte, und Landrat Manfred Müller, auch weiterhin würden Menschen aufgenommen, die aus Not und Elend kommen.