Tauf- und Totengedächtnis in St. Georg

„Ich habe Dich bei Deinem Namen gerufen“  Jes 43,1

Das pastorale Konzept:

Pfarrer Thomas Stolz bei der Einweihung
Pfarrer Thomas Stolz bei der Einweihung am 23.08.2015

Kunstwerk – Gravur – Besuch

Der Initiativkreis „Taufe leben – Tod begleiten“ in der Gemeinde St. Georg ist eine Gruppe von Gemeindemitgliedern, die der Kirche ein Gesicht geben will und der es am Herzen liegt, dass die Erinnerung an die Neugetauften und die Verstorbenen in unserer Gemeinde lebendig bleibt.

Grundgedanken
Wir wollen die Knotenpunkte des Lebens „Taufe“ und „Tod“ in der Gemeinde lebendig halten.
Wir wollen Menschen etwas von Gottes liebender Fürsorge und seiner bleibenden Erinnerung weitergeben.
Wir haben eine angemessene Form gesucht und gefunden, dies in unserer Gemeinde zu tun. Wir wollen Menschen unterstützen oder sie neu dazu befähigen, ihren eigenen Glauben wieder in den Blick zu nehmen, im Gebet zum Ausdruck zu bringen und sich der in der Taufe grundgelegten und im Tod vollendeten Berufung bewusst zu werden.
Wir wollen neue Zugänge zur Kirche als Raum und als Gemeinde schaffen, um Menschen Gelegenheit zu geben, ihre enge Verbindung zu ihren Lieben zum Ausdruck zu bringen.
Wir wollen die Gedenkorte zu Taufe und Tod in die damit verbundenen sakramentalen Feiern einbinden.
Wir wollen für den pastoralen Raum Paderborn-NOW ein Angebot zur Gemeinschaft mit anderen Menschen machen, die sich in einer ähnlichen Lebens- und Glaubenssituation befinden.

Das Kunstwerk
Die Gedanken konkretisieren sich in einem besonderen Projekt in der Pfarrkirche St. Georg: die Gedenkorte zum Tauf- und Totengedächtnis. Diese vom Paderborner Künstler Michael Jochinke geschaffenen Orte setzen neue geistliche Impulse im Kirchenraum. Am 23. 8. 2015 wurden sie eingeweiht.
Sie stellen Portale dar, deren Pfosten von Material und Form her dem Taufstein entsprechen.
Die dazwischen stehenden Wachstafeln symbolisieren in ihren warmen Tönen die Liebe Gottes zu uns Menschen:
Rot wie die Liebe, weil uns in der Taufe Gottes Liebe und sein Heiliger Geist geschenkt werden;
Gelb wie das Licht, weil uns im Tod Jesus Christus, die aufgehende Sonne, neues Leben schenkt.
In Gottes Hand sind wir eingeschrieben – das wird deutlich, wenn wir die Namen der Getauften und der Verstorbenen der Gemeinde in die entsprechende Tafel eingravieren. Und wenn eines Tages die Tafeln voll beschrieben sind, werden sie eingeschmolzen zur neuen Beschriftung; die alten Namen werden unsichtbar, bleiben aber doch im Wachs geborgen. Das Wachs wird umgewandelt, aber nicht vernichtet – wie unser ewiges Leben in Jesus Christus.
So sind diese Gedenkorte Ausgangspunkt und Symbol des pastoralen Konzeptes, das aus ihnen erwächst.

Einschreiben des Namens
Wir schreiben den Namen der Täuflinge mit einem Griffel aus dem Kalkstein des Taufbeckens direkt bei der Tauffeier auf die Wachstafel des Taufgedächtnisses. Dies kann durch ein Gemeindemitglied, den Paten oder ein Elternteil geschehen.
Bei der Beerdigung soll den Angehörigen das Einschreiben des Namens nicht direkt im Trauergottesdienst zugemutet werden; es findet auch nicht bei allen Beerdigungen eine solche Feier statt. Daher gravieren wir die Namen der Verstorbenen, die im Pfarrbrief erwähnt sind, am Sonntag zum Ende des Gemeindegottesdienstes in die Wachstafeln ein. Dazu können die Angehörigen in den Gemeindegottesdienst eingeladen werden.
Die Gottesdienstgemeinde nimmt auf diese Weise im Gebet Anteil an der Trauer der Angehörigen

Hausbesuche
Etwa drei Monate nach Empfang der Taufe bzw. nach der Beerdigung bieten wir einen Hausbesuch durch ein Mitglied des Initiativkreises an. Diejenigen, die die Tauf- und Trauerbesuche durchführen, sind dafür eigens geschult und begleitet worden.
Wir wollen mit diesen Besuchen verdeutlichen, dass der Täufling und seine Eltern bzw. die Angehörigen eines Verstorbenen von der Pfarrei nicht vergessen werden. Der Besuch ist zugleich ein Gesprächsangebot und eine Einladung zum gemeinsamen, häuslichen Gebet. Die Besuche sind Zeugnis der Anteilnahme der Gemeinde an den Knotenpunkten des Lebens der Angehörigen und können ein Zeichen von Gottes nachgehender Aufmerksamkeit und Zuwendung und seiner Liebe zu den Menschen sein.

Eigene gottesdienstliche Feiern
Einmal im Jahr sollen durch eine schriftliche, persönliche Einladung alle Neugetauften mit ihren Eltern und Paten bzw. alle Angehörigen der Verstorbenen zu einer gottesdienstlichen Feier eingeladen werden: Für die Trauernden ist der geeignete Ort der Gemeindegottesdienst an Allerseelen (2. November). Für die Neugetauften soll ein Gottesdienst mit Kindersegnung am Fest Darstellung des Herrn (2. Februar) stattfinden.

Ansprechpartner des Initiativkreises Tauf- und Totengedenken
Andreas Günther, email: info(hier bitte ein At-Zeichen einsetzen)taufeundtod.de

November 2016

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