Enzyklika „Laudato si“ des Papstes veröffentlicht

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Heute veröffentlichte der Vatikan die Enzyklika „Laudato si“, das zweite päpstliche Lehrschreiben dieser Art von Papst Franziskus. Die Deutsche Bischofskonferenz hat eine vollständige deutsche Übersetzung (PDF) publiziert. Das Internetportal katholisch.de liefert eine Zusammenfassung der einzelnen Kapitel.

Der brasilianische Bischof Erwin Kräutler, Oberhirte des Bistums Xingu am Amazonas lobt den Papst für seine deutliche Positionierung im Interview auf SPIEGEL ONLINE:

„Er [Papst Franziskus, d. Red.] nimmt kein Blatt vor den Mund und klagt das heutige Wirtschaftssystem an, das auf Gewinnmaximierung um jeden Preis abzielt und, wie in Brasilien, fast immer ohne Rücksicht auf die Menschenwürde der betroffenen Personen und Völker handelt.“

Erste Reaktionen aus Deutschland waren positiv. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hofft:

„Die klare Sprache dieser Enzyklika und die Tiefe der Gedanken bieten Anstöße, die weit über die katholische Welt hinaus Wirkung entfalten werden.“

Erzbischof Kardinal Reinhard Marx als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz äußerte sich positiv:

„Seine Botschaft ist nicht bequem, sie rüttelt wach und mahnt uns, Verantwortung zu übernehmen. Es ist ein großes Anliegen des Papstes, ökologische und soziale Probleme, den Einsatz für die Umwelt und die Armen, auf keinen Fall zu trennen. Insofern greift die im Vorfeld gerne benutzte Bezeichnung einer Umwelt- oder Klimaenzyklika zu kurz. Es geht vielmehr um eine Verschränkung der Problematik Umwelt und Entwicklung.“

Marx gab katholisch.de auch Interview (Video).

Auch die katholischen Jugendverbände Katholische Landjugendbewegung (KLJB), Deutsche Pfadfinderschaft und der Dachverband Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) melden sich mit einer gemeinsamen Stellungnahme zu Wort (Zitat von Daniel Steiger, dem Bundesseelsorger der KLJB):

„Die Enzyklika zeigt, dass der Papst den Kampf gegen Armut mit der Abwendung eines gefährlichen Klimawandels verknüpft. Es ist anzunehmen, dass dies wegweisend für sein weiteres Pontifikat ist. Für die katholische Kirche ist die Bewahrung der Schöpfung insgesamt wichtig, globale ökologische Zusammenhänge wurden aber bisher auf höchster Ebene noch nicht hinreichend in den Fokus gerückt.“

Weitere Reaktionen hat katholisch.de zusammengestellt, darunter auch kritische Stellungnahmen aus den Vereinigten Staaten von Amerika. Zurückhaltend waren auch die Kommentare von Wirtschaftsvertretern.